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6 Dinge, die ich zu Hause brauche, um durch den Herbst zu kommen

Über das miese Wetter hier habe ich mich nun schon oft genug beschwert. Da bleibe ich am Abend und an Wochenenden lieber zu Hause, wo es warm und trocken ist. Zum Glück kann ich mich auch gut zu Hause mit mir selbst beschäftigen und es mir gut gehen lassen. Dazu brauche ich nur wenige Dinge. Im Moment reichen mir sechs. Wenn das Wetter allerdings weiter so ein Spielverderber ist, werde ich wohl mehr oder andere Sachen brauchen, um meine gute Laune aufrechtzuerhalten.

1. Heiße Zitrone. Erstens wegen der schönen gelben Farbe, zweitens weil sie gegen Erkältungen hilft und drittens weil sie tatsächlich gut schmeckt. Ich schneide für eine Kanne (für ein Liter) eine Zitrone klein und gebe zwei Esslöffel Zucker dazu, bevor ich sie mit heißem Wasser aufgieße.

2. Kerzen. Nachdem ich im Sommer festgestellt habe, dass ich ein winzig kleines Kerzenhortungsproblem habe, zünde ich inzwischen viel häufiger Kerzen an als früher. Zum Glück geht der Kater auch nicht in ihre Nähe. Ich habe auch definitiv genug Kerzen in allen Formen und Farben für einen richtig langen, kalten Winter.

3. Mein Kater. Der spendet Wärme und ich fühle mich nie alleine. In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, dass er nachts immer weiter nach oben im Bett wandert und auch gerne mal auf meinem Bauch schläft, anstatt wie früher nur auf meinen Beinen. So ein lebendiges Fellchen ist auf jeden Fall etwas Feines.

4. Bunte Farben. Wenn es draußen schon nicht so richtig hell wird, brauche ich kräftige Farben, um gute Laune zu haben. Der überlange Pullover, den ich vor ein paar Jahren bei Bershka gekauft habe, ist da genau das Richtige. Und das selbstgestrickte Kissen von Oma passt auch dazu.

5. Kuschelsocken. Hausschuhe sind nicht so meins, viel lieber ziehe ich dicke Socken an und schlittere auf denen durch die Wohnung. Bodenwischen inklusive. Sowieso friere ich an den Beinen als letztes, hauptsache meine Füße und mein Oberkörper sind schön warm.

6. Bücher, Bücher, Bücher. Es geht doch nichts darüber, eine Stunde auf dem Sofa zu liegen und zu lesen. Dabei geht mein Geschmack querbeet. Meistens mag ich lieber leichtere Kost, denn düstere Geschichten ziehen mich an dunklen Tagen zu sehr runter. In den letzten Wochen habe ich alle “Harry Potter”-Bände wieder einmal gelesen.

Was braucht ihr zu Hause, um durch den Herbst zu kommen?

© Janavar

Immer wieder sonntags #65

In dieser Woche habe ich keine Zeit für mein Blog gefunden, weil mich erst die Arbeit und dann eine fette Erkältung fest im Griff hatten. Persönlich hätte ich die Arbeit bevorzugt, denn ab Donnerstagnachmittag ging bei mir nichts mehr außer auf dem Sofa liegen und schlafen. Schuld ist natürlich das furchtbare, wechselhafte Wetter. Ständig regnet es, weshalb ich nasse Füße bekomme. Oder es kühlt sich auf einmal um gute zehn Grad ab – und natürlich habe ich gerade keine Jacke dabei und friere. Mich erinnert dieses Wetter stark an mein erstes Jahr in Istanbul, als es von Anfang Oktober bis Ende Mai fast ununterbrochen regnete und ziemlich kühl war. Als ich meinen Vertrag unterschrieb, sagte mir niemand, dass in Istanbul das miese Schwarzmeerklima herrscht. Gut, ich sehe ein, dass wir Regen brauchen, weil die Wasserreservoire Istanbuls fast ausgetrocknet waren – aber dann könnte es doch wenigstens bei 30 °C regnen. Inzwischen habe ich, glaube ich wenigstens, aus dem schlechten Wetter und mehr noch aus meiner Erkältung gelernt und sitze hier mit dicken Socken, schlürfe heiße Zitrone und meine Herbstschuhe habe ich auch schon herausgesucht. Trotzdem fände ich so ein paar Tage Spätsommer auch schön. Noch habe ich die Hoffnung nicht ganz aufgegeben.

|Gesehen| Doc meets Dorf, Doctor’s Diary
|Gelesen| Harry Potter, Instyle
|Gehört| The Killers, Xavier Naidoo
|Getan| gearbeitet, krank gewesen
|Gegessen| TK-Pizza, Auflauf, türkisches Frühstück
|Getrunken| Wasser, Kaffee, Salbeitee, heiße Zitrone
|Gedacht| Was für ein verrücktes Jahr. Hoffentlich geht es nun so positiv weiter.
|Gefreut| auf nächstes Wochenende
|Gelacht| ein bisschen
|Geärgert| über zu oft nasse Füße und meine daraus resultierende Erkältung
|Gewünscht| Sommer
|Gekauft| Medizin
|Geklickt| Blogs, Youtube

Canavar hat auch viel geschlafen, am liebsten neben oder auf mir. Nur mit dem Blitzlicht kann er sich nicht anfreunden.

Am Montag ging’s mir noch richtig gut – und am Wochenende immerhin wieder besser, so dass ich mir draußen ein großes türkisches Frühstück mit Menemen (= Rührei mit viel Tomate und etwas Paprika) gegönnt habe.

© Janavar

Immer wieder sonntags #64

Eine schöne Woche war das. Ich habe es jeden Morgen geschafft, gut aus dem Bett zu kommen, mir schon zu Hause Kaffee zu kochen und dann zur Schule zu fahren. Meine Klassen sind auch alle ohne Ausnahme supernett. So nett, dass ich in zwei gleich mal vierzehn Seiten voll mit deutschen Vokabeln ausgeteilt und Vokabeltests angekündigt habe. Bei so viel Nettigkeit muss wenigstens einer provozieren, dann eben ich. Ich habe mir in dieser Woche auch nur zweimal Kaffee übergekippt. Zum Glück auf schwarze Kleider. Da fällt das nicht so auf. Der heiße Tee war schon schlimmer, aber daran war der Kater schuld, der einfach mal spontan auf mich gesprungen ist, während ich die Tasse in der Hand hielt. Sonst gab es aber keine weiteren Unfälle. Ein Missverständnis, das aber schnell geklärt wurde. Und am Ende ein wunderbar faules Wochenende. So eine Woche hätte ich bitte gleich nochmal.

|Gesehen| The Notebook, Notting Hill, MANN/FRAU
|Gelesen| Harry Potter, Glamour, Economist
|Gehört| The Killers, Placebo
|Getan| gearbeitet, Meze gegessen, Samstag auf einem kleinen Festival gewesen
|Gegessen| Meze, Fisch, selbstgemachter Sauerkrautauflauf
|Getrunken| Wasser, Kaffee, Salbeitee, Raki, Bier, Cocktails
|Gedacht| Manchmal muss man einfach etwas total Verrücktes tun, weil es das wert ist.
|Gefreut| jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen
|Gelacht| viel, besonders über diesen Satz einer Schülerin: “Ich habe persönliche Sauberkeit.”
|Geärgert| über Chaos an der falschen Stelle
|Gewünscht| dass die Zeit ein ganz kleines bisschen schneller vergeht
|Gekauft| Ticket zum Festival gestern
|Geklickt| Blogs, MANN/FRAU, Skyscanner

Die Katze links saß im Schaufenster eines noch geschlossenen Ladens.//Canavar beobachtete ganz neugierig die Vögel draußen.

Am Morgen des ersten Schultages sah ich noch frisch aus.//Nach zwei Tagen Regenwetter kam am Freitag zum Glück die Sonne zurück nach Istanbul.

© Janavar

Jahrestag: 4 Jahre Istanbul

Irgendwann am Abend des 16. September 2010 bin ich am Atatürk Flughafen gelandet, nachdem mir meine Sitznachbarin ihren ölgetränkten Salat über meinen einzigen dicken Pullover geschüttet hatte. Ich hatte zwei Koffer dabei plus Handgepäck. Meine Wohnung blieb acht Wochen leer, bis ich meine Aufenthaltsgenehmigung bekam und meine Habseligkeiten aus dem Zoll bekam. So begann meine Zeit in Istanbul genau heute vor vier Jahren.

Vier Jahre meines dreißigjährigen Lebens, etwas über 13 %. Vier Jahre, die sich manchmal lange angefühlt haben, aber eigentlich wie im Fluge vergangen sind. Vier kalte, nasse Winter, in denen ich das Schwarzmeerklima verflucht habe. Vier heiße Sommer, in denen ich viele Nächte schlecht geschlafen habe vor Hitze und Mücken. Dafür vier Jahre direkt am Meer, vier Jahre zwischen Ayasofya, Blauer Moschee und Großem Basar, am Schwarzen Meer, am Bosporus. Ein einziges Mal habe ich einen Delfin im Bosporus gesehen. Das war vor fünf Wochen und ich habe es als absolutes Glückszeichen interpretiert.

Vier Jahre, in denen ich zweimal umgezogen bin. Einmal freiwillig, einmal nicht. Ich habe in drei verschiedenen Wohnungen gelebt, erst am Taksim, dann in Bakirköy. Immer in Europa. Seit drei Jahren lebe ich mit meinem Kater zusammen, eine Liebe die hält. Vielleicht weil türkische Kater einfacher als türkische Männer sind oder weil ich ihn nie aus der Wohnung lasse. Wer weiß das schon.

In vier Jahren habe ich mehrere kleine Erdbeben erlebt, ein Bombenattentat auf dem Taksim, die Geziparkproteste 2013. Die Politik und das Gesicht Istanbuls haben sich verändert. Es gibt mehr moderne Hochhäuser, mehr Frauen im Çarşaf, mehr Flüchtlinge, die auf der Straße betteln. Der Lira ist von 1 € = 1,95 Lira auf 1 € = 2,85 Lira gefallen. Die Brotauswahl ist dafür besser geworden. Inzwischen hat jedes gute Café einen Kaffeeautomaten, anstatt Nescafé aus dem Beutel ins heiße Wasser zu rühren.

In vier Jahren in Istanbul habe ich fast zehn Kilo abgenommen. Ich habe so einige graue Haare bekommen, mein Körper so einige Narben, weil ich als Tollpatsch gerne auf den unebenen Treppen ausrutsche und mir die Knie aufschlage. Mein Herz hat auch Schrammen abbekommen. Dafür waren meine Augenbrauen nie so gepflegt wie hier. Ich bin nie fast täglich auf so hohen Absätzen und relativ unfallfrei durchs Leben stolziert. Seit Mai sind siebzehn Möwen als Tattoo auf meinem Rücken immer dabei – für mich die perfekte Symbiose meiner Zeit an der Ostsee und in Istanbul, wo es überall diesen, meinen Lieblingsvogel gibt.

Ich liebe Istanbul. Immer wieder von Neuem. In vier Jahren habe ich so viele Seiten der Riesenstadt kennen gelernt, von denen ich viele mag. Nicht alle. Eines Tages werde ich gehen, das ist mir im vierten Jahr klar geworden. Istanbul und ich sind keine unendliche Geschichte, aber eine wichtige Episode meines Lebens. Vor vier Jahren bin ich mit zwei Koffern angekommen, irgendwann werde ich gehen. Mit zwei Koffern, einem Kater, siebzehn Möwen und einem Meer voller Erinnerungen in mir. Aber erst einmal beginnt mein fünftes Jahr hier und ich werde bleiben – auch wenn ein Teil meines Herzens schon woanders ist.

© Janavar

Back to school: What’s in my bag

Heute beginnt die Schule wieder und, egal wie sehr ich immer jammere, ich freue mich am Ende doch wieder sehr darüber, einen geregelten Tag zu haben und vor den Klassen zu stehen. Mittlerweile beginnt schon mein fünftes Jahr an dieser Schule und etwas völlig Neues steht für dieses Schuljahr eigentlich nicht an. Ich gehöre schon zu den alten Hasen und weiß, was ich wann wo und wie zu tun habe. Nachdem ich in den letzten Wochen schon viel vorbereitet und abgearbeitet habe, habe ich am Wochenende nichts getan außer meine Tasche zu packen, damit ich heute nichts vergesse.

Ich halte wenig davon, zu viel mit mir herumzuschleppen, und hatte auch schon immer eine große Abneigung gegenüber diesen typischen riesigen Lehrertaschen aus Leder, die die Schulter sichtbar gen Boden ziehen. Allerdings habe ich auch unglaubliches Glück, denn in meiner Schule hat jeder Lehrer ein eigenes Schrankfach, in dem wir die Bücher lassen können. Seit zwei Jahren habe ich durch meine Funktionsstelle sogar meinen eigenen Schreibtisch und noch mehr Schränke, so dass ich wirklich nur noch sehr wenige Dinge zwischen zu Hause und der Schule hin und her schleppe, meistens Klassenarbeiten. Daher beschränke ich mich auf eine mittelgroße Handtasche und zwar meine Marc by Marc Jabobs, die ich seit eineinhalb Jahren ständig benutze.

Neben meinem Handy und meiner derzeitigen Lieblingslippenpflege von Clarins brauche ich morgens unbedingt einen großen Kaffee. In der Schule kennt mich eigentlich niemand ohne meine Starbucks-Pappbecher. Ich befürchte inzwischen, dass neue Kollegen mich am Anfang tatsächlich durch diese Becher wiedererkennen. Zum neuen Schuljahr habe ich mir überlegt, dass ich wenigstens an manchen Tagen mir meinen Filterkaffee zu Hause kochen will. Schließlich steht meine Kaffeemaschine hier schon bereit und Starbucks-Kaffee geht auch ins Geld. Allerdings habe ich nun erst wieder Geld investiert und mir einen schicken glänzenden Thermobecher Bella von – natürlich – Starbucks gekauft. Ab heute vervollständigt der also mein Outfit am Morgen.

Außerdem brauche ich natürlich etwas Geld, Stifte, mein Notizbuch und meinen schwarzen Kalender von Moleskine, der genau die richtige Größe für mich hat, weshalb ich mir nun im zweiten Jahr in Folge den gleichen gekauft habe. Da ich morgens und nachmittags so einige Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringe, stecke ich mir immer ein Buch ein und nutze die Fahrtzeit zum Lesen. Für den Anfang habe ich mir Aristoteles’ “Politik” ausgesucht. Früher habe ich immer noch viel Kosmetik mitgenommen, aber nie benutzt. Was ich außer meiner Lippenpflege wirklich brauche, sind ein Zopfgummi zur Sicherheit und Oil Control Papers. Außerdem eine relativ fettige Handcreme, weil wir leider immer noch einige Räume mit Kreidetafeln haben und die Kreide meine Hände total kaputt macht. Mit all diesen Kleinigkeiten komme ich sehr gut durch den Tag bzw. durch das Schuljahr. Sind ja nur noch 40 Wochen bis zu den nächsten Sommerferien.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

© Janavar

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