Kochbuchmittwoch: Linsensuppe

Heute begann der Tag tatsächlich so, wie es die beiden Herren meines Lieblingsradiosenders n-joy jeden Mittwochmorgen so schön ausdrücken: Mittelfingermittwoch. Ich wachte auf und mein linkes Auge war dick. Froschaugendick. Ich habe keine Ahnung, warum. Vielleicht hat mich in der Nacht eine Mücke erwischt, aber ich konnte keinen Einstich erkennen. Andererseits sehe ich mit nur so eineinviertel Augen eben nicht besonders gut. Zum Glück musste ich heute erst spät los, so dass das Auge einigermaßen abschwellen konnte. Dann saß ich im Bus zur Arbeit, mehr als 40 Minuten davon im Stau. Bin prompt noch zwanzig Minuten zu spät zum Unterricht gekommen und Mittagessen ist dadurch auch ausgefallen.

Gut, das Essen zu Hause schmeckt ohnehin besser und ich koche auch ausgewogener. Ich versuche weiterhin, unsere Vorräte an Hülsenfrüchten zu minimieren. Deshalb gab es ein leckeres Süppchen mit grünen Linsen, einem türkischen Grundnahrungsmittel. Die Idee für das Rezept ist aus “Türkische Küche” von Edition XXL.

So geht’s:

1. Weicht 300 g grüne Linsen über Nacht ein.

2. Lasst in einem großen Topf 2 EL Pflanzenöl und 40 g Butter heiß werden. Dünstet darin 4 klein geschnittene Zwiebeln und 3 gehackte Knoblauchzehen an.

3. Gebt die Linsen dazu und gießt 1 3/4 l Gemüsebrühe dazu. Kocht alles auf, bis die Linsen weich sind.

4. Salzt und pfeffert die Suppe. Gebt jeweils 1 EL frischen oder getrockneten Koriander sowie Thymian dazu.

5. Püriert die Suppe. Falls sie euch zu flüssig ist, lasst ihr sie noch ein wenig einkochen. Ist sie zu fest, gebt ihr noch etwas Brühe dazu.

6. Fügt 1 Bunt klein geschnittene Petersilie und 100 g Naturjogurt hinzu. Lasst die Suppe noch etwa 5 Minuten lang ziehen.

© janavar

Turkey Tuesday: Izmirs Basar

Nachdem ich es in den letzten Wochen angetestet habe, bin ich mit meiner neuen Kategorie zufrieden: der Turkey Tuesday. Immer dienstags zeige ich euch Bilder der Türkei und stelle euch viele, hoffentlich auch unbekannte Orte und Plätze vor.

Dieses Mal ist es der Basar in Izmir. Die Stadt selbst liebe ich sehr, an diesem Wochenende war ich schon zum dritten Mal dort. Vor zwei Jahren hatte ich ein Wochenende dorthin ganz spontan gebucht (hier), im letzten Jahr habe ich dem Lieblingsmenschen eine Kurzreise dorthin zum 30. Geburtstag geschenkt (hier). Dieses Mal bin ich mit fünf Kollegen geflogen, alles war geplant, Flüge und Hotel rechtzeitig gebucht.

Ich bin am Freitag direkt nach der Arbeit losgeflogen und war als erste da. In aller Ruhe konnte ich im Hotel einchecken und bin dann zu dem tollen englischen Buchladen im Konak Pier gegangen, um mich mit etwas Lektüre zu gemäßigten Umrechnungspreisen einzudecken. Weil es danach geschauert und gewittert hat, bin ich zur Uferpromenade geflüchtet und habe mich unter den großen Schirmen eines der vielen Cafés versteckt, einen Oreo(!) Kaffee(!) getrunken und in meinen gerade erworbenen Zeitschriften und Büchern geblättert.

Zum Glück wurde das Wetter bis Sonnabend früh aber viel besser. Da mieteten wir über unser Hotel – das Konak Saray Otel auf der Anafartalar Caddesi; günstig und sauber; sehr gutes Frühstück; aber die Gegend ist nicht empfehlenswert für alleinreisende Frauen, da in den Nebenstraßen Izmirs Rotlichtviertel beginnt – ein Auto und sind erst einmal über den großen Izmirer Basar spaziert, bis das Auto geliefert wurde.

Schon seit dem vierten Jahrhundert nach Christus gilt Izmir als bedeutendes Handelszentrum, ab dem 15. Jahrhundert unter der Herrschaft der Osmanen sogar als wichtigstes in Kleinasien. Besonders berühmt waren die Teppiche, die mir auf dem Basar aber nicht mehr aufgefallen sind. Offenbar haben sich die Zeiten etwas geändert und Izmir gilt heute u.a. als türkisches Zentrum für Hochzeitskleider. Außerdem gibt es unzählige Geschäfte für die rote Kleidung der Braut in ihrer Henna-Nacht, dem “Junggesellinnenabschied”.

Am Sonntag war der Großteil des Basars geschlossen, die Ruhe empfand ich als äußerst angenehm. Übrigens hat schon Mark Twain den Basar 1869 in “The Innocents Abroad” beschrieben:

“[...] business is chiefly carried on in great covered bazaars, celled like a honeycomb with innumerable shops no larger than a common closet, and the whole hive cut up into a maze of alleys about wide enough to accommodate a laden camel, and well calculated to confuse a stranger and eventually lose him; every where there is dirt, every where there are fleas, every where there are lean, broken-hearted dogs; every alley is thronged with people; wherever you look, your eye rests upon a wild masquerade of extravagant costumes; the workshops are all open to the streets, and the workmen visible; all manner of sounds assail the ear, and over them all rings out the muezzin’s cry from some tall minaret, calling the faithful vagabonds to prayer; and superior to the call to prayer, the noises in the streets, the interest of the costumes–superior to every thing, and claiming the bulk of attention first, last, and all the time [...]“

Der Basar zieht sich tatsächlich durch unzählige Straßen und Gässchen, es gibt überdachte und offene Straßen, kleine Stände draußen und größere Geschäfte in alten Mauern, dazwischen Cafés und Moscheen. Im Schatten liegen große Hunde, Katzen streunen herum und gucken vor den Schlachterläden besonders niedlich.

Auf dem Basar gibt es vor allem Alltagsgegenstände, mit dem Istanbuler Großen Basar ist er auf keinen Fall zu vergleichen. Hierher kommen tatsächlich die Einheimischen und bekommen alles, was sie gerade brauchen. Seien es Lebensmittel, Plastikeimer, Hochzeitskleider, Prinzenkostüme zur Beschneidungsfeier oder Kosmetikartikel. Umso angenehmer ist es aber auch, dass die meisten Händler Touristen nicht anquatschen und unbedingt ihre Waren loswerden wollen.

Wir hatten nicht so viel Zeit, weil wir ja auf das Auto gewartet haben, aber dafür habe ich mich auch ausnahmsweise einmal nicht in dem Straßengewirr verirrt. Eigentlich zieht sich der Basar auch bis in die Straße des Hotels, dort gibt es Lebensmittelgeschäfte, aber auch Nähmaschinen und ihr Zubehör. Wenn die eifrigen Männer dann abends fertig sind mit ihrem Handeln können sie eines der Männerhamams auf der Anafartalar Caddesi besuchen (keine Ahnung, ob die gut sind!).

Wir waren natürlich von den vielen Katzen begeistert, ich ganz speziell ;-) . Dafür hatten wir wenig Interesse an den angebotenen Waren, weil es das meiste eben auch in Istanbul gibt. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass in Izmir alles etwas billiger ist. Richtig getestet haben wir das aber nur an einem der Saftstände: fast alle Säfte kosteten 1 Lira pro Becher, da zahlt man in Istanbul locker 3 Lira oder mehr.

Am Hotel zurückgekommen stand unser Mietauto schon bereit und wir hatten so einige Startprobleme dank dem Verleiher, dazu aber mehr beim nächsten “Turkey Tuesday”. Übrigens bin ich in zweieinhalb Wochen schon wieder in Izmir, weil der Lieblingsmensch und ich zu einer Hochzeit seiner Freunde eingeladen sind.

© janavar

Things about your life: My 5 favorite places

Es ist schon wieder der 20. und damit Zeit für Inas Aktion “Things about your life”. Dieses Mal geht es um unsere 5 Lieblingsorte bzw. -plätze. Die Wahl meiner Top 5 fiel mir nicht so schwer, auch wenn  es noch so viele andere tolle Orte gibt. Hier sind sie in alphabetischer Reihenfolge:

In Bodrum war ich spontan vor zwei Jahren im Sommer und finde die kleine Stadt an der türkischen Ägäis ganz entzückend. Dort ist alles entspannt, warm und modern. Am Tag kann man am Strand brutzeln und im Meer herumtreiben, in der Nacht durch die kleinen Straßen ziehen und in den vielen kleinen Restaurants, Cafés und Kneipen nett sitzen oder in den Clubs tanzen. Außerdem ist Bodrum ein Zentrum für wirklich gute Handtaschenimitate, die deshalb auch einiges mehr kosten. Ich habe in Bodrum meinen Tauchschein gemacht – es gibt dort einige Tauchschulen, die täglich mit  ihren kleinen Booten und dem ganzen Equipment auf die Ägäis fahren, wo das Wasser wundervoll türkis ist und die Fische so bunt und putzig. Einen Tag war ich auf der griechischen Insel Kos, zu der es eine Fähre gibt. Last but not least: Kater Canavar ist aus Bodrum und eine Stadt, die so feine Katzen hervorbringt, muss einfach fantastisch sein.

Nach Kopenhagen kann ich einfach immer fahren. Es ist die gemütlichste Großstadt, die ich kenne. Alles ist so hyggeligt (= gemütlich) und ich fühle mich einfach sofort pudelwohl. Am schönsten finde ich es, in der Danhostel Copenhagen City, einer Fünf-Sterne-Herberge direkt auf dem H. C. Andersen Boulevard an der Langebro (“Lange Brücke”) zu übernachten, besonders wenn man in einem der oberen Stockwerke ist und einen Großteil der Stadt sehen kann. Außerdem schlendere ich gerne auf dem Strøget, der großen Einkaufsstraße, entlang oder leihe eines der vielen Fahrräder mit dem Einkaufswagenprinzip aus (Geld rein, später wieder an eine Kette legen und Geld zurück).

Weil die Dänen offiziell als glücklichstes Volk der Welt gelten, dürfte es nicht verwunderlich sein, dass ich gleich zwei Lieblingsorte in dem kleinen Land habe. Die Nordseeinsel Rømø ist ein Träumchen: eigentlich besteht sie nur aus ein paar Dörfern, vielen Ferienhäusern und dann nur Strand und Meer. Der Strand ist so riesig, dass man mit dem Auto bis vorne ans Wasser fährt und natürlich immer auspassen muss, dass es bei der Flut nicht plötzlich im Meer steht. Oder sich im Sand festfährt. Auf der Insel ist Entspannen Pflicht und der Wind pustet mir dort sowieso den Kopf frei.

Auch Irland ist ein Land, in dem ich mich immer sofort erholt fühle. Aber da ein ganzes Land vielleicht etwas groß ist, hier einer meiner Lieblingsplätze: das University College Cork, an dem ich Erasmusstudentin war. Auf dem Bild seht ihr das Hauptgebäude, das wir auch “Harry Potter College” getauft hatten. Das Gras davor darf angeblich deshalb nicht betreten werden, weil man sonst durch alle Prüfungen fällt. Auf dem Campus gibt es alles für ein komfortables, schönes Studentenleben: eine riesige Bibliothek, die Mensa, natürlich die Fakultäten, eine Kapelle, Cafés, eine Bank, eine Buchhandlung, einen Tante-Emma-Laden, zwei Pubs. Interessant sind auch immer die irischen Studenten anzuschauen, die zumeist in Jogginghose zur Uni gehen. Einige kommen aber auch in Schlafanzughosen.

Genauso schön wie alle diese Orte ist es aber auch, wenn ich mal bei meinen Eltern zu Hause in Mecklenburg bin. Damit meine ich gar nicht unbedingt unser doch angestaubtes Dorf, sondern meine Familie. Wenn wir im Wohnzimmer auf den nicht meinem Empfinden nach nicht so schönen, dafür aber äußerst bequemen Sesseln bzw. Sofa sitzen und am Nachmittag Kaffee trinken. Also nachdem wir eine DVD eingelegt und schon unser Nickerchen gemacht haben. Bei meinen Eltern ist es immer schön, schon weil ich mich wie früher um fast nichts kümmern muss. Manchmal wünsche ich mir aber, sie könnten an einen etwas leichter zu erreichenden Ort ziehen, einer mit Bahnhof wäre toll, weil nicht der Ort entscheidend für mich ist, sondern meine Eltern.

Welches sind denn eure Lieblingsorte?

© janavar

Immer wieder … eigentlich sonntags #13

Okay, ich bin einen Tag zu spät dran. Offenbar war ich die ganze letzte Woche immer etwas zu spät (siehe |Geärgert|). Aber mein Wochenende mit Freunden in Izmir war megasupertoll und ich bin erst gestern Abend um 9 wieder in Istanbul gelandet. Etwas braun bin ich auch geworden und heute haben alle Sekundarschulen in der Türkei frei, weil der Jugend- und Sporttag gefeiert wird. Ich muss einige Dinge erledigen, das passt gut. Allen anderen wünsche ich einen schönen Pfingstmontag!

|Gesehen| viele Sehenswürdigkeiten, zweites Halbfinale des ESC

|Gelesen| myself, The mystery of Mercy Close, Marie Claire Idees

|Gehört| n-joy

|Getan| gearbeitet, das Bloglayout geändert, von Freitag bis gestern Abend in Izmir gewesen

|Gegessen| Meze, Hühnchenspieß, Hühnchencurry, Linsensuppe

|Getrunken| viel viel Wasser, Cola, Raki, Oreo-Kaffee (yummie yummie yummie!!!)

|Gedacht| warum fliegen wir nicht häufiger einfach mal für ein Wochenende durch die Türkei?

|Gefreut| weil das Wochenende in Izmir soooooo toll war!; dass meine Essie-Nagellacke aus Amerika (bei Ebay bestellt) angekommen sind und die eine Bestellung sogar die Originalgrößen enthielt anstatt der bei Ebay angegebenen Minis

|Gelacht| viel, allein schon über “Iz-mir gut/schlecht/egal”

|Geärgert| dass ein Kollege schneller war, zu einer Grillparty nächsten Sonntag einzuladen, und ich nun meinen Geburtstag nicht richtig feiern kann, weil einfach überhaupt kein freier Tag dafür ist :-( ; dass ich ebenfalls nicht schnell genug bei meiner Flugbuchung war und es jetzt nur noch günstige Flugkombinationen nach Südkorea gibt, wenn ich einen über 35-stündigen Rückflug in Kauf nehme – garantiert nicht!

|Gewünscht| mehr Wochenendtrips

|Gekauft| schöne Klatsch- und Modezeitschriften, Fußkettchen, den neusten Roman von Sophie Kinsella, einen tollen Deko-Keramikfisch (oh, muss ich gleich mal auspacken)

|Geklickt| wenig, weil drei Tage ohne Computer

Canavar hatte auch eine gute Woche, bei der Hitze schläft er viel. Neuerdings am liebsten und ganz ohne Angst in seinem Transportkörbchen – ich glaube, wir waren zu lange nicht bei der Tierärztin.

Im Urlaub darf ich jeder Zeit die Füße hochlegen, hier sind sie dekoriert mit einem meiner neuen Fußkettchen und Essies “In the Cabana”. Auf dem rechten Bild seht ihr den Artemistempel in Sardes, Berichte werden folgen.

© janavar

Ich packe meinen Koffer …

… und versuche, so wenig wie möglich mitzunehmen, weil der Koffer wirklich klein ist und ich nur zwei Tage in Izmir bin. So einfach fällt mir das Beschränken auf wenige Sachen aber nicht, ich tendiere dazu, immer zu viel mitzunehmen. Für den Notfall halt. Deshalb sieht es meistens so aus, als würde ich zehnmal länger wegbleiben als geplant. Weil ich aber schon zweimal in Izmir war, weiß ich, dass es dort an der Ägäis zumeist beständige Wetterlagen und keine bösen Überraschungen gibt. Für dieses Wochenende sind sogar 30 °C vorausgesagt, ein sehr früher Sommer.

Deshalb brauche ich zum Glück auch nicht so viele Klamotten. Abgesehen von einem leichten Nachthemd packe ich einen Bikini ein und hoffe, dass wir an den Strand auf der Halbinsel Çeşme fahren. Außerdem ist mein Lieblingsjeansrock von Only dabei und ein einfaches schwarzes T-Shirt, das zu allem passt. Die Shorts von Zara sind ein Experiment, mal sehen, ob ich sie überhaupt anziehe. Die türkische Gesellschaft kann mit knappen Höschen/Röckchen außerhalb des Strandes leider nicht besonders gut umgehen. Dazu würde auf jeden Fall mein Katzenshirt passen. Immer dabei werde ich das große pinke Tuch haben, mit dem ich zu Not meinen halben Körper bedecken kann, z.B. bei einer Moscheebesichtigung. Und der dunkelgrüne Pullover von Primark ist für die doch noch kühlen Abende, nicht dass ich noch ein paar Tage vor meinem Geburtstag richtig krank werde.

Bei den Beautyprodukten setze ich so gut es geht auf Proben oder wirklich kleine Packungen. Besonders mag ich die Minizahnseide. Auf die asiatischen Proben, die bei ebay-Bestellungen meistens kostenlos beiliegen, bin ich auch gespannt. Nur beim Shampoo muss die große Flasche mit, weil ich es perfekt für meine Haare finde und keine Experimente starten will. Das Makeup in der Hitze wird einfach bleiben: Lidstrich, Lidschatten, Wimperntusche und Lippenstift. Mehr ist absolut unnötig. Wenn ich dann noch meine Haare hochnehme und meine neue Lieblingskette trage, ist der Kurzurlaub perfekt.

Außerdem dürfen meine Kamera und ein Buch noch mit, das ist dann aber alles, mehr brauche ich nicht … oder?!

Was und vor allem wie viel packt ihr denn für einen Kurztrip ein?

© janavar

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 75 Followern an