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Immer wieder sonntags #61

Meine letzte richtige Ferienwoche ist um. Zwar geht die Schule in der Türkei erst morgen in zwei Wochen los, aber ich bin ab heute wieder fast täglich dort, weil wir eine Schülerkonferenz veranstalten und anschließend die Einführungswoche für alle Lehrer stattfindet. Wenn ich zurückblicke, finde ich meine Ferien gemischt. Der Juli war toll, der August eher nicht. Zu viele Abschiede, zu viel Chaos in mir und um mich herum. Immerhin ist mein Ankleidezimmer fertig geworden und ich kann alle meine Kleidung nun mal richtig sehen und zwischendurch streicheln.

Ich freue mich auf den September, alles wird wieder geordnete Bahnen annehmen, meine Freunde kommen aus dem Urlaub zurück nach Istanbul und ich komme zurück in meine Arbeitsroutine, was mich immer etwas ruhiger werden lässt. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass der September für mich persönlich angenehmer wird als der August.

|Gesehen| nichts
|Gelesen| Harry Potter
|Gehört| n-joy
|Getan| Reisepass beantragt, gearbeitet, einen Wellnesstag mit meiner Freundin eingelegt
|Gegessen| Lachs, Stulle
|Getrunken| Wasser, Kaffee, Tee, Smoothies
|Gedacht| Manchmal fühlen sich zwei Wochen wie zwei Jahre an.
|Gefreut| über ein vergangenes und ein zukünftiges Skype-Gespräch; dass der Ikea-Service meinen Kleiderschrank aufgebaut hat
|Gelacht| mit meiner Freundin beim Wellnesstag
|Geärgert| sehr viel, z.B. dass eine Abmeldebestätigung aus Deutschland so (überlebens-)wichtig ist
|Gewünscht| Eine Menge
|Gekauft| den Eintritt ins Hamam, eine Massage, Essen
|Geklickt| Blogs, Youtube, Instagram

Ich weiß auch nicht, aber manchmal guckt Canavar wie so ein richtiger alter Sack ^^.

Das Vorherbild: Bevor ich losging, um meinen neuen Pass zu beantragen. // In meiner Schule war ich auch mal wieder.

© Janavar

Auswandern: Die Planungsphase

Im Frühling hatte ich euch in zwei Posts erzählt, wie ich überhaupt auf die Idee kam, auszuwandern [hier] und wie ich dann in Istanbul landete [hier]. Nun habe ich mir überlegt, euch in einer neuen Blogkategorie zu erklären, was man beim Auswandern alles beachten muss. Ich hoffe, das euch das interessiert. Denn auch wenn mein Beispiel die Türkei ist, ist Vieles doch allgemein gültig. Heute geht es um die Planungsphase:

Erst einmal sollte man sich sicher sein, dass man auswandern will, denn der ganze Prozess kostet Zeit, Geld und auch so einige Nerven. Wenn euch das klar ist, geht’s los. Man sollte schon einige Monate vorher anfangen, alles zu planen. Persönlich würde ich beim nächsten Mal Auswandern mit etwa einem Jahr Vorsprung rechnen. In die Türkei habe ich es aber in drei Monaten geschafft: meine Bewerbung für das Auslandsschulwesen habe ich zwar im März eingereicht und mein Aufnahmetest war im Mai, aber das Jobangebot selbst habe ich erst im Juni bekommen und nach einem Bewerbungsgespräch zugesagt. Im Juli bin ich nach Istanbul geflogen, um eine Wohnung zu mieten. Im August habe ich meine Wohnung aufgelöst und sämtlichen Papierkram erledigt. Anfang September hat die Umzugsfirma meinen Hausrat per LKW in die Türkei gebracht und ich durfte Mitte September ausreisen, vier Tage vor Schulbeginn. Ich hatte Glück, dass meine Schule und das Bundesverwaltungsamt den meisten Papierkram für mich erledigten. Der kostet nämlich auch eine Menge Zeit. Insgesamt habe ich mich aber selbst ins kalte Wasser gestürzt, besonders weil ich weder Ahnung vom organisatorischen Teil des Auswanderns hatte noch die Türkei kannte.

Hat zwar funktioniert, aber ich würde im Nachhinein sagen, mit besserer Vorbereitung hätte ich mir einigen Stress erspart. Zum Beispiel die Angst, keinen Job zu bekommen. Zumindest an Auslandsschulen werden die Stellen meistens ab einem Jahr vorher vergeben, so dass ich mich im Grunde viel zu spät beworben hatte. Mein Glück war, dass zu dem Zeitpunkt die Bewerberkartei ziemlich leer war und sie noch dringend einen Deutschlehrer brauchten. Oder dass ich erst so spät ausreisen durfte, weil mein Dienstpass nicht fertig war. Ich wusste nicht, dass es so lange dauert, ihn auszustellen, weil er vom Auswärtigen Amt direkt zur Türkischen Botschaft ging, um ein Arbeitsvisum zu erhalten. Ich bin also nicht sofort nach Berlin zur Fingerabdrucksabgabe gefahren, sondern erst etwas später – dementsprechend länger musste ich auf den Pass warten und saß in meiner leeren Wohnung fest. Wobei Sitzen sehr positiv klingt. Alle meine Sitzgelegenheiten waren da schon auf dem Weg nach Istanbul. Ihr glaubt gar nicht, wie schön es ist, mal auf dem Klodeckel zu sitzen.

Beim nächsten Mal würde ich wie gesagt etwa ein Jahr vorher mit der Planung anfangen, um alle diese Dinge zu organisieren (den finanziellen Aspekt habe ich erst einmal ausgeklammert), wobei ich erst ganz konkrete Auswanderpläne machen würde, wenn ich bereits einen Job habe – mir ist meine finanzielle Absicherung einfach wichtig:

Welche Themen bezüglich Auswandern würden euch denn konkret interessieren?

© Janavar

Reisen: Die Embros-Thermen auf Kos

So langsam schleicht sich eine Montagsroutine bei mir ein: spät ins Bett, im Schlaf mit der Bettdecke kämpfen, von einem Alptraum aufwachen, verschlafen jedes Bein zweimal eincremen, verpeilt beim Kaffeekochen erst etwas Kaffee und dann die Milch verschütten … Es wird wohl Zeit, dass die Schule wieder losgeht. Oder hatte ich einfach zu wenig Urlaub in diesem Sommer? Da war diese eine wundervolle Woche auf Kos, wo natürlich auch so einiges schief gegangen ist. Zum Beispiel an dem Tag, als wir zu den Thermen fuhren.

Die Embros-Thermen liegen etwa 12 Kilometer von Kos-Stadt entfernt und meine Freundin und ich mieteten für diesen Tag einen Motorroller für nur 12 €. Ich durfte sogar den einzigen rosa Helm haben, den es bei dem Verleih gab, und dann rollten wir auch schon los. Schön langsam, weil es meistens bergauf ging und ziemlich windig war. Aber wir überholten immerhin sämtliche Fahrradfahrer. Am Ende parkten wir den Motorroller und schlenderten den Berg hinunter, vorbei an süßen Kätzchen, meckernden Ziegen und bunt geschmückten Eseln, zu den Thermen, die gut besucht waren. Wir haben uns auch nicht lange bitten lassen, sondern sind in das heiße Wasser gestiegen, das zuerst einmal stark nach faulen Eiern riecht. Schwefelthermen eben. Man gewöhnt sich aber daran, wenn man so etwa ein Stündchen wie ein Nilpferd da liegt und vor lauter Faulheit gerade einmal den Kopf aus dem Wasser hebt. Von unten sprudeln immer wieder lustige Blasen und kaltes Meerwasser schwappt ständig durch die Steinreihe durch und vermischt sich mit dem heißen Wasser zu einer ausgezeichneten Badewannenwassertemperatur.

Embros-Thermen, Kos

Die erste Überraschung kam, als wir aus dem Wasser stiegen und uns einen Mittagssnack beim Imbiss an der Ecke gönnten. Wir sahen an uns hinunter und erstens waren unsere Bikinis etwas bräunlich geworden – war ich froh, dass ich nicht den guten Gucci-Bikini eingepackt hatte – und zweitens war unser ganzer Silberschmuck angelaufen. Zu Hause meinte dann jeder, das weiß man doch, dass Schwefel mit Silber und Klamotten reagiert. Leider hatte ich aber noch nie Interesse an Chemie und wählte es direkt nach der 11. Klasse ab. Wo unsere Sachen aber schon einmal verfärbt waren, dachten wir uns, wir gehen nach unserer Mittagspause im Schatten einfach noch mal ordentlich Nilpferd in den Thermen spielen. Wir haben dann den Schmuck der anderen Touristen beobachtet, aber leider hatten die Russen nur Goldschmuck und alle anderen irgendwie keinen.

Embros-Thermen, Kos

Nach einem sehr entspannten Tag im heißen Wasser zuckelten wir wieder zurück auf unserem kleinen Motorroller. Bis er aufgab. Ohne Vorwarnung blieb er mitten auf der Straße stehen und ließ sich nicht einmal mehr schieben. Irgendetwas blockierte. Dann ging er wieder an und wir konnten etwa zweihundert Meter weiterfahren, bevor er das Spielchen wiederholte. Nach dem vierten oder fünften Mal stoppten wir zwei nette Radfahrer, ob die uns vielleicht helfen konnten. Sie kamen aber auch zu keinem anderen Ergebnis. Also riefen wir den Verleih an mit der Bitte, uns zu retten. Als er kam, sprang der Motorroller natürlich ohne Probleme an. War ja klar, ne?! Wir ließen uns aber dennoch lieber mitnehmen und fuhren so sehr entspannt im Auto zurück nach Kos-Stadt. Damit war unsere Abenteuerlust im Urlaub auch völlig gesättigt und wir haben uns am nächsten Tag lieber wieder direkt an unseren Lieblingsstrand gelegt.

Ach ja, hier noch der Tipp, wie man von Schwefel angelaufenen Silberschmuck wieder säubert: Man lege den Schmuck zusammen mit Alufolie und Salz in eine Schüssel und gieße diese mit kochendem Wasser auf. Funktioniert tatsächlich. Dafür ist mir, wahrscheinlich durch das heiße Wasser, meine Hope-Perle vom Pandora-Armband gerissen. Wohl frei nach dem türkischen Sprichwort: “Wem alles schiefgeht, dem bricht der Zahn auch beim Puddingessen.”

© Janavar

Immer wieder sonntags #60

In dieser Woche hatte ich unter anderem das Ziel, Ordnung zu schaffen. Also vor allem in meiner Wohnung, aber vielleicht auch in meinem Leben, indem ich einen neuen Strategieplan aufstelle. Was dabei herausgekommen ist? Noch mehr Chaos. Meine Wohnung sieht schlimmer aus als bei Hempels unterm Sofa. Eigentlich wollte ich mein kleines Zimmer in einen begehbaren Kleiderschrank verwandeln, aber nachdem ich mich fast mit den Stangen vom Ikea Stolmen-System erschlagen habe, habe ich das schnell aufgegeben. Da jenes Zimmer bisher irgendwie zu einer Abstellkammer verkommen war, stehen die ganzen Sachen nun im Rest der Wohnung herum. Einen Strategieplan habe ich auch nicht entwickelt, weil das alles nicht so einfach ist. Was will ich? Kann ich mit dreißig noch einmal etwas ganz Neues beginnen? Vielleicht etwas völlig Verrücktes, also nach meiner Interpretation? Meine Gedanken wirbeln also derzeit auch im absoluten Chaos.

Am Ende habe ich mir einen Tag frei von mir selbst genommen, bin zur langen Massage gegangen, die meine Freundinnen mir schon zum Geburtstag im Mai geschenkt hatten und habe danach mit dem Einfachsten angefangen: dem Kleiderschrank. Mir ist eingefallen, dass ich im Ikea gesehen hatte, dass es inzwischen einen Aufbauservice gibt. Also bin ich wieder dorthin gefahren und habe diesen Service gebucht. Morgen kommen sie und bauen das System auf. Schritt für Schritt und mit ein bisschen Nachdenken lässt sich sogar mein Chaos beseitigen. Das muss ich mir nur merken und jeden Tag ein bisschen mehr Ordnung schaffen – in meiner Wohnung, in meinem Kopf und am Ende in meinem Leben. Das klappt schon … nicht sofort, aber in den nächsten Monaten. Ich jedenfalls bin zuversichtlich.

|Gesehen| Türkisch für Anfänger
|Gelesen| Harry Potter
|Gehört| n-joy, “Calm after the storm” von The Common Linnets
|Getan| viel abgearbeitet, mich massieren lassen, auf dem Wochenmarkt eingekauft, ausgegangen
|Gegessen| Sushi, viel Obst
|Getrunken| Wasser, Kaffee, Tee, Smoothies
|Gedacht| Nur noch vier Monate bis Weihnachten.
|Gefreut| dass Ikea einen Aufbauservice anbietet
|Gelacht| über einige whatsapp-Nachrichten
|Geärgert| dass ich stundenlang arbeite, während andere nichts tun, aber am Ende ihren Namen druntersetzen
|Gewünscht| zwei Wiedersehen
|Gekauft| nur Essen
|Geklickt| sehr viel whatsapp; Blogs, Youtube, Instagram

Canavar geht’s gut. In dieser Woche habe ich ihn manchmal in den Hausflur für Entdeckungstouren gelassen.

Obst und Gemüse darf ich auf dem Wochenmarkt kaufen.//Shampoos hingegen habe ich so viele, dass mein selbstauferlegtes Shoppingverbot absoluten Sinn macht.

© Janavar

Recipe: Coffee banana smoothie

Diese Woche habe ich vor allem am Schreibtisch verbracht, weil ich eine ganze Liste von Aufgaben abarbeiten will. Außerdem bin ich früh aufgestanden, weil ich erstens wieder Routine in meine Tage bekommen wollte, bevor die Schule bald wieder startet, und zweitens ich am frühen Morgen eigentlich am konstruktivsten bin. Mit frühem Morgen meine ich zwischen sechs und neun Uhr. Wenn ich so früh wach bin, bekomme ich am frühen Nachmittag aber auch so einen richtigen Durchhänger. Da hilft nicht einmal ein kurzes Nickerchen völlig, obwohl Canavar und ich uns das natürlich täglich gegönnt haben. Aber danach brauche ich Kaffee. Viel Kaffee. Und am besten etwas Süßes dazu. Nachdem ich am Donnerstag seit Langem wieder auf dem Wochenmarkt in meinem Stadtteil war und sehr viel Obst gekauft hatte, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, dieses schnell zu verarbeiten. Dabei bin ich auf Kaffeesmoothies gestoßen. Kaffee und Obst – die perfekte Symbiose für mich am Nachmittag.

Coffee banana smoothie

Für 1 Kaffeebananensmoothie:

1. Kocht eine starke Tasse Kaffee und lasst sie abkühlen.

2. Gebt den kalten Kaffee mit einer halben Tasse Milch, einer Banane und sieben Mandeln in den Mixer und mixt alles etwa eine halbe Minute.

Mir reicht die Süße vollkommen, aber ihr könnt auch noch etwas Zucker dazugeben, wenn ihr es süßer braucht, sowie ein paar Eiswürfel, wenn ihr den Kaffee richtig kalt trinken wollt.

Ich werde noch andere Mischungen testen und euch dann vorstellen. Für mich sind Kaffeesmoothies wie gesagt genau das Richtige am Nachmittag, weil sie mich wach machen und meiner Unterzuckerung entgegenwirken – und wer mich kennt, weiß, dass ich extrem schlechte Laune bekomme, wenn ich unterzuckere.

© Janavar

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