12 Stunden bis Deutschland

Langeweile kommt bei mir definitiv nicht auf: morgen früh fliege ich nach Kiel zur Model United Nations Konferenz, wo ich auf dreizehn Schüler (ja, alle männlich) meiner Schule achten und sie beraten soll (wobei vielleicht nicht ganz so klar ist, wer eigentlich auf wen aufpasst). Das Programm ist straff, die nächsten Tage sind mindestens von morgens um neun bis frühestens abends um zehn völlig durchgeplant. Daher werde ich wohl leider nicht dazu kommen, in den nächsten Tagen hier etwas zu posten. Aber ich freue mich natürlich ganz doll auf meine erste MUN-Konferenz, werde sogar an Seminaren zur Einführung in das Völkerrecht und zur Vorstellung des Auswärtigen Amtes teilnehmen. Sonntag Abend findet ein “Diplomatenball” statt, wobei ich erst heute so richtig das Kleingedruckte im umfangreichen Handbuch gelesen habe und feststellte, dass ich wegen des geforderten Balldresscodes noch ein Festkleid einpacken musste. Nun ist der große Koffer doch ziemlich voll. Am schlimmsten ist eigentlich, dass ich morgen früh um sechs bereits mit dem Havaş, dem Busshuttle, vom Taksimplatz zum Atatürkflughafen fahren muss, dass ich vom Hamburger Flughafen so schnell wie möglich nach Kiel, dort schnell ins Hotel einchecken und eigentlich allerspätestens um 14 Uhr mich auf der Konferenz einfinden muss – eine zeitliche Unmöglichkeit. Zum Glück sind meine Fahrtbegleiter was Zeit angeht die Ruhe in Person. Ich hingegen entdecke nun einen halben Tag vor der Reise doch wieder meine mir alten deutschen Züge, die ich durchaus ablege, je länger ich nicht in Deutschland bin.

Gestern habe dann noch eine Amazon-Bestellung getätigt und es dabei eventuell etwas übertrieben. Übermorgen dürfte im Hotel eine wunderschöne Postsendung voller türkischer Sprachhilfen (Grundwortschatz und Grammatikübersicht), türkischer Geschichten und allen Staffeln von “Türkisch für Anfänger” für mich ganz allein ankommen. Ja, so viel zum Thema: was will ich mir eigentlich unbedingt aus Deutschland mitbringen?

Und weil ich die Serie einfach so gerne mag, hier einfach mal ein paar Zitate aus “Türkisch für Anfänger” und damit verabschiede ich mich auch bis zur nächsten Woche:

  • Lena: “Ich bin ihm wichtiger als Galatasaray Istanbul!”
  • Doris: “Liegst du hier seit heute Morgen?”
    Lena: “Nee, ich war schon mal am Kühlschrank.”
    Doris: “Du desozialisierst.”
  • Diana: “Wir werden heute nicht mehr kongruent, wir sehen uns dann nach der Zeugniskonferenz!”
  • Cem zu Kosta: “Ich versteh’ echt nicht, warum ihr Griechen in der EU seid. Wir Türken sind viel vernünftiger.”
  • Lena: „Der sieht ja … Wieso sehen alle Türken so geil aus? Ich wette, die Gastarbeiterschwemme war eine großangelegte Callboy-Rekrutierung!“
  • Axel: “Da du erst aus dem Fenster und dann unters Bett kletterst… drängt sich eine Frage auf… Wieso?”
  • Cem: “Ich kämpfe halt! Du bist mein…äh…hier, wie hieß Istanbul früher?”
  • Lena zu Yağmur: “Warum ist dein Türke so nett? Das kann gar nicht sein. Der kann kein Türke sein.”
  • Yagmur: “Pfefferspray?”
    Doris: “Du weißt ja Lena, immer schön in die Augen!”
    Lena: “Genau, wie bei dem… was war er doch gleich, ach ja, Postbote!”
  • Metin: “Wir Türken sind wie eine Medaille. Auf der einen Seite cool und auf der anderen…?”
    Cem: “Noch cooler?!”

Und falls in den nächsten Tagen etwas schief geht (aber das ist nun wirklich mein letztes Wort für heute 😉 ):

Denn das sind wir doch alle 🙂

© janavar

(erstmals veröffentlicht am 6. April 2011)

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