Wochenendtrip nach Ankara, Teil 1

Mein erster Eindruck von Ankara nach einer langen Busfahrt am Samstagmorgen um 7 Uhr bei Regen war, dass es eine äußerst hässliche Stadt ist. Eine, die im Vergleich zu Istanbul verliert, weil sie klein ist, leer ist, relativ flache Gebäude und ziemlich kleine Shoppingcenter hat. Es gibt hier keine natürlichen Gewässer, die türkische Hauptstadt liegt auf einem Plateau in 900 Meter Höhe.

Am Ende des Tages hatte sich mein Bild geändert. Istanbul ist natürlich immer noch großartig, aber Ankara hat Charme. Die Stadt ist großflächlig angelegt und hat viel Platz. Die Straßen und Gehwege sind breit. Es gibt viele Parks, ein paar historische Gebäude und vor allem funktioniert alles. Ankara ist sauber, überall gibt es korrekte Wegweiser,  das Metrosystem ist auch ohne Türkischkenntnisse leicht verständlich. Mitten im Zentrum gibt es einige große Parkanlagen.

Wochenendtrip nach Ankara, Teil 1

Der Baustil scheint sich auch allmählich zu ändern, überall gibt es Baustellen und im Stadtteil Kizilay sieht die Hauptstraße bereits wie die moderner westlicher Städte aus. Außerdem gibt es dort ein hohes Shoppingcenter, von dessen Terasse im 8. Stock man einen fantastischen Ausblick auf die Stadt hat. Sie ist doch ziemlich groß, inzwischen leben dort mindestens 5 Millionen Menschen. Noch tragen in der Hauptstadt der Türkei nur sehr wenige Frauen Kopftücher, das ist mir sofort aufgefallen. Vielleicht war es auch zu erwarten, schließlich finden sich an jeder Ecke kemalistische Zeugnisse -Denkmal mit Atatürk als Offizier auf einem Pferd, Atatürk am Brunnen, Atatürks Grabmal, das man von überall aus deutlich sehen kann …

Wochenendtrip nach Ankara, Teil 1

Besonders schön fand ich den 27,5 Hektar großen Gençlik Parkı, in dem es ein Theater, viele Cafés, einen Freizeitpark und vor allem einen großen, künstlich angelegten Teich gibt. Dort kann man lange spazieren gehen oder sich hinsetzen und die Leute beobachten, was ich sehr gerne mache. Brautpaare kommen für schöne Fotos in den Park. Familien und Jugendliche wollen sich amüsieren. Freunde treffen sich zum Tee und Shisharauchen.

Am Ende haben die etwa zwei Tage in Ankara ausgereicht, um alles Wichtige gesehen zu haben. Ich fand die Stadt sehr entspannt und auch entspannend und am Ende gar nicht mehr so hässlich. Im nächsten Post stelle ich euch noch ein paar schöne Ausflugsziele vor.

© janavar

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3 Responses to “Wochenendtrip nach Ankara, Teil 1”

  1. November 15, 2012 at 2:14 am #
    Da bin ich ja froh, dass du doch noch einen guten Eindruck von Ankara bekommen hast. Ich habe ein Jahr dort gelebt und es hat tatsächlich seinen eigenen Charme. Nur darf man es einfach nicht mit Ìstanbul vergleichen. Ankara ist wie ein Dorf, nur mit 5 Millionen Einwohnern. Das Shopping Center war zu meiner Zeit dort (2008/09) noch im Bau. Falls du mal wieder nach Ankara kommst, solltest du unbedingt noch auf den Atakule fahren oder mal abends ins "Biber" gehen.
    • November 17, 2012 at 2:07 pm #
      Ankara und Istanbul kann man kaum vergleichen, wie ich gelernt habe. Aber ich werde bestimmt wieder nach Ankara fahren und beim Angucken die Ruhe genießen. Danke für deine Tipps! Was hast du in Ankara gemacht?
      • November 17, 2012 at 2:19 pm #
        Ich habe dort Praktika gemacht und ein Auslandssemester an der Hacettepe Universität.

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