Kochbuchmittwoch: Tsatsiki-Kartoffelsalat & Zucchini-Doppeldecker

Immer mittwochs teste ich ein Rezept aus einem meiner unzähligen Kochbücher, um herauszufinden, ob sich der Kauf eigentlich gelohnt hat.

Diese Woche habe ich mich für das “Was Kinder gerne essen” entschieden. Das habe ich übrigens laut Rechnung darin (1 €) am 12. Oktober 2004 in der Stadtbibliothek Rostock im Regal der aussortierten Bücher gefunden. Also zu Beginn meines dritten Semesters, als ich definitiv noch gar nicht kochen oder backen konnte – aber die Fotos im Buch waren/sind sehr ansprechend.

Wenn ich überlege, was ich als Kind gerne gegessen habe, finde ich davon nicht so viel im Buch. Mein Lieblingsessen, übrigens bis heute, war/ist Spinat mit Salzkartoffeln und Spiegelei. Und dann folgt eine Weile nichts, bis auf dem zweiten Platz auch früher schon Gulasch, aber nur mit Pilzen stand. Außerdem mochte ich Königsberger Klopse, Nudeln mit Zucker und Zimt, Hühnerfrikassee, Pellkartoffeln mit Butter und Quark sowie eine Pfanne mit Kohl und Hackfleisch, deren Namen ich bis heute nicht kenne und nach Schließung der Schulküche in meinem Dorf auch nie wieder gegessen habe.

In “Was Kinder gerne essen” gibt es derartige Rezepte gar nicht. Ich nehme an, dass das Buch 1991 ohnehin geschrieben wurde, um gesünderes Essen vorzustellen, denn es gibt auch einen Theorieteil zur gesunden Kinderernährung. Nichtsdestotrotz enthält es viele leckere Rezepte und ich habe mich diese Woche für zwei entscheiden, von denen ich meine, dass sie ganz gut zusammenpassen:

Für den Tsatsiki-Kartoffelsalat braucht ihr

für 4 Personen:
400 g festkochende Kartoffeln
1 Knoblauchzehe (auf die habe ich aus Geruchsgründen verzichtet)
200 g saure Sahne (gibt es hier nicht, daher Vollfettjoghurt)
Salz, Pfeffer, Dill
1 Gurke
2 Bund Radieschen (gibt es hier gerade nicht, daher rote Paprikaschoten)
100 g Fetakäse

Die Kartoffeln werden zuerst mit Schale gegart. In der Zeit hackt man den Knoblauch und verrührt ihn mit der sauren Sahne, Salz und Pfeffer. Nach dem Waschen wird der Dill fein gehackt, die Gurke auf einer Reibe gehobelt und die Radieschen geviertelt (bzw. die Paprika in kleine Ringe geschnitten). Alles wird mit der Sahne vermischt und der Fetakäse wird ebenfalls dort hinein gebröselt. Zum Schluss pellt man die gekochten Kartoffeln und schneidet sie in den Salat.

Zucchini-Doppeldecker

für 4 Personen:
4 kleine Zucchini (á ca. 100 g)
Salz, Pfeffer, Dill
2 reife Tomaten
80 g Rindersalami in dünnen Scheiben (ich habe wieder Sucuk – wie letzte Woche – genommen)
200 g Mozzarella (gibt es hier zwar, ist aber sehr teuer, daher Fetakäse)
Olivenöl

Die  Zucchini habe ich gewaschen, die Enden abgeschnitten und sie dann längs halbiert. Die Hälften habe ich gesalzen und gepfeffert. Auf 4  Hälften habe ich die Tomaten in Scheiben gelegt, darauf in dieser Reihenfolge: die Wurst, den Käse und schließlich den gehackten Dill. Das Ganze wird mit den übrigen Zucchinihälften abgedeckt, diese werden dann noch mit Olivenöl bestrichen. Im Backofen wird alles von jeder Seite 5 Minuten lang gegrillt (laut Rezept, zur tatsächlichen Durchführung komme ich gleich). Wenn der Käse geschmolzen ist, sind die Doppeldecker fertig.

Mit dem Kartoffelsalat hatte ich abgesehen von den fehlenden Zutaten, die sich aber leicht ersetzen ließen, keine Probleme und er hat mir sehr gut geschmeckt. Vielleicht war die Salatsoße ein bisschen dünn, aber das kam von der wässernden Gurke und hat mir mit Käse und Dillgeschmack noch einmal das Gefühl vom schönsten Sommer gegeben. Eventuell könnte man den fertigen Salat noch kurz in den Kühlschrank stellen, damit er noch kühler und frischer schmeckt.

Die Zucchini-Doppeldecker konnte ich auch schnell fertig machen, aber spätestens bei der Beförderung in den Ofen zeigte sich, dass sie viel zu sehr wackeln. Ich habe sie dann in eine Auflaufform gegeben. An Umdrehen war gar nicht zu denken. Und beim aus dem Ofen Nehmen sind sie dann sowieso auseinandergefallen. Weil mein Minibackofen (jaaa, immer nocch 🙁 ) keine Grillfunktion hat, musste ich sie viel länger im Ofen lassen. Am Ende waren sie trotzdem lecker, aber beim nächsten Mal werde ich nur eine Hälfte überbacken, damit es schneller geht, hoffentlich nicht zerfällt und die Portion auch nicht zu groß wird. Also entweder wurde das Buch für sehr, sehr hungrige Kinder geschrieben oder die Portionen sind etwas groß bemessen oder mein Magen ist einfach extrem klein (was ich mir bei einer Größe von 1,75 m und meinem üblichen Essverhalten aber nicht vorstellen kann).

Insgesamt scheint mir auch dieses Kochbuch brauchbar, v.a. den Teil “Österreichische Mehlspeisen” werde ich noch genauer studieren. Ansonsten habe ich gleich ein paar Kartoffeln mehr mitgekocht, damit ich heute Abend ganz einfache Bratkartoffeln essen kann. Darauf freue ich mich jetzt schon!

Welche Gerichte  mochtet ihr als Kinder am liebsten und welche überhaupt nicht?

© janavar

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8 Responses to “Kochbuchmittwoch: Tsatsiki-Kartoffelsalat & Zucchini-Doppeldecker”

  1. September 12, 2012 at 3:32 pm #
    Also ich liebte Königsberger Klopse, Hühnerfrikassee, Steckrübeneintopf, Spinat mit Kartoffelpü und Spiegelei, Senfeier, Bananen im Schinkenmantel usw :)
    • September 13, 2012 at 6:25 am #
      Oh, ich habe die Senfeier vergessen. Die koche ich immer noch manchmal und mein Freund isst fleißig mit, obwohl eine Mahlzeit aus Kartoffeln, Soße und nur Ei gegen alle türkischen Traditionen verstößt ;-)

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    September 12, 2012 at 5:22 pm #
    Ich habe als Kind so ziemlich alle Gerichte, die Obst oder Gemüse beinhalten, geliebt - Meeresgetier, Labskaus, Hühnerfrikassee und Königsberger Klopse hingegen gehörten und gehören auch heute noch nicht zu den von mir präferierten Speisen :)
    • September 13, 2012 at 6:26 am #
      Labskaus mag ich auch nicht. Offenbar bleiben unsere Vorlieben bzw. Abneigungen aus der Kindheit erhalten.
  3. September 12, 2012 at 6:23 pm #
    Es sieht schon sehr lecker aus :) Eine Strafe war für mich immer Grünkohl..und wenn meine Großeltern uns mit Haferschleim gequält haben (ich bin übrigens allergisch auf Hafer ;) )..Gefreut hab ich mich immer über unseren Spaghetti-Samstag, Hühnerfrikassee, Steckrübeneintopf, Senfeier, Königsberger Klopse & selbstgemachte Kartoffelpuffer von meiner Oma :)
    • September 13, 2012 at 6:27 am #
      Du Arme! Ich hoffe, sie haben deine Haferallergie schnell erkannt.
      • September 13, 2012 at 9:34 am #
        Leider nein...es hieß dann immer, ich solle mich nicht so anstellen...erst im Teenageralter wurde es erkannt ;)
  4. September 13, 2012 at 11:59 pm #
    Vielleicht könnte man die Zucchini auch in Scheiben schneiden und daraus eher einen Auflauf machen... Als Kind habe ich vor allem gerne Spätzle mit Soße gegessen, spaghetti Bolognese, Spinat Kartoffel und Ei wie du auch und ich habe die Markklößchensuppe meiner Oma geliebt!

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