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Kochbuchmittwoch: Scharfes vegetarisches Curry

Ich liebe ja asiatisches Essen und vermisse, dass es hier kein indisches Take-away gibt und überhaupt nur viel zu wenige indische Restaurants und in unserem Stadtteil sowieso keines. Deshalb muss ich also Currys selbst kochen, aber auch das ist wieder gar nicht so einfach, denn nur in den ganz großen, extratollen Supermärkten gibt es Currypaste. Leider hat die Paste diesmal das Curry nicht so rot gefärbt, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber geschmeckt hat es sehr gut. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es so scharf ist, dass der Lieblingsmensch es nicht mag, aber leider hat es ihm trotz der Schärfe geschmeckt ;-) Zu dem Curry gab es Bulgur, weil ich Reis nicht so gerne esse.

Das Curry basiert übrigens auf einem Rezept aus “Skinny bitch. Ultimate everyday cookbook” von Kim Barnouin, ein Spontankauf – später habe ich erst gemerkt, dass das Buch den veganen Lifestyle anpreist. Aber Eiersatz und veganes Hühnchen (?) lassen sich zum Glück auch durch die echten Zutaten ersetzen.

So geht’s:

1. Erhitzt etwas Pflanzenöl in einer großen Pfanne oder einem Topf und dünstet darin zwei klein gehackte Knoblauchzehen an.

2. Fügt 1 Dose Kokosnussmilch, 350 ml Wasser, 1 Päckchen rote Currypaste (=50 g), 1 TL Ingwerpulver und 1 TL Currypulver hinzu und kocht alles für etwa 20 Minuten.3. Erhitzt in einer anderen Pfanne etwas Öl und bratet dort folgendes Gemüse an: 100 g halbierte Champignons, 100 g Zucchini in halben Scheiben, 100 g gewürfelte Aubergine, 100 g klein geschnittene grüne Bohnen. Salzt und pfeffert das Gemüse.

4. Gebt das Gemüse zur Soße und kocht alles zusammen weitere 10 Minuten.

© janavar

Kochbuchmittwoch: Bohnen mit Apfelmus

Wir haben tatsächlich Sommer. Der Kater schläft am liebsten im Schatten und inzwischen häufig sogar auf dem Rücken mit den Pfötchen in der Luft. Ich schwitze leicht, wenn ich aus der Dusche komme, und draußen braucht niemand mehr eine Jacke oder einen Pullover. Das heute frei ist, passt also perfekt, um die Sonne zu genießen.

Wenn es warm wird, habe ich auch immer etwas weniger Appetit. Sowieso muss ich langsam an meiner Sommer-Sonne-Strand-Bikini-Figur arbeiten und um eine gesündere Ernährung wollte ich mich auch mal kümmern. Außerdem liegen bei uns noch so einige Tüten Hülsenfrüchte herum. Ein Rezept zum Verarbeiten der weißen Bohnen habe ich dann in einem DDR-Kochbuch “Küchenrenner für Landschaftskenner” gefunden. Angeblich sind die Bohnen mit Apfelmus sogar aus Mecklenburg. Auf jeden Fall sind sie superlecker und ich mag sie viel mehr als das türkische Nationalgericht Kuru Fasulye – weiße Bohnen in einer Tomatensoße, am besten auf Reis.

Nein, dieses Rezept ist hundertmal besser! Eher wie Milchreis, nur ohne Milch und ohne Reis. Aber durch die Bohnen cremig und durch den Apfelmus süß. Der Zimt passt auch. Ganz so schön sieht es nicht aus, aber wichtiger ist ja der Geschmack. Ich bin gespannt, wie es dem Lieblingsmenschen gefällt, der heute Nachmittag von einer Geschäftsreise aus Deutschland (dem kalten, nassen! ^^) wiederkommt.

So geht’s:

1. Weicht über Nacht 350 g weiße Bohnen ein und kocht sie am nächsten Tag gar. Das dauert mindestens 1 1/2 Stunden!

2. Schneidet und entkernt 600 g Äpfel, bevor ihr sie in etwas Wasser gart und dann püriert oder wie ich einfach mit einem Kartoffelstampfer zermatscht. Kocht das Apfelmus noch einmal auf mit 75 g Zucker und etwas Zimt.

3. Vermischt das Apfelmus mit den heißen Bohnen.

4. Salzt die Mischung und rührt 60 g Margarine unter.

© janavar

Kochbuchmittwoch: Vegetarische Pizza

Ich freue mich immer, wenn Leute ganz überrascht sind, dass ich kochen kann. Offenbar entsprechen Highheels und Etuikleider nicht dem Bild einer guten Köchin. Tatsächlich habe ich erst sehr spät kochen gelernt, so mit 25 im Referendariat. Als ich jedenfalls nach dem Abitur mit 19 von Zuhause ausgezogen bin, konnte ich noch nicht einmal Nudeln kochen. Oder Pizza aufbacken. Geschweige denn überhaupt einen Herd oder Backofen bedienen. Das kam erst viel später.

Allerdings ist meine Mutter auch Alleinherrscher in ihrer Küche und macht noch heute einen Riesenaufstand, wenn ich vorschlage, ich könnte ja zur Abwechslung mal kochen oder backen. Von ihr habe ich bezüglich des Kochens eigentlich nichts gelernt, eher während meines Sozialpraktikums während des Studiums in einem Freizeitzentrum. Zwar war das Praktikum insofern sinnlos, weil ich nie mit “Kindern im schulfähigen Alter” wie vorgeschrieben in Kontakt kam, dafür habe ich aber Kochen und Backen gelernt, weil wir jeden Tag dieses Programm mit Kindergartengruppen hatten.

So kommt es auch, dass ich etwas kann (eine einzige Sache), woran meine Mutti immer gescheitert ist: Hefeteig. Ich erinnere mich, dass sie, als ich klein war, alles versucht hat: Hefeteig mit frischer Hefe, mit Trockenhefe, in einer Plasteschüssel, in einer Glasschüssel, in einer besonderen “Hefeteig”-Hilfsschüssel, im Wasserbad, im Bett, im leicht erwärmten Backofen – aus irgendeinem Grund hat es nie geklappt. Ich hingegen finde ihn pupseinfach. Aber wenn man drei Wochen lang mit Kindergartenkindern täglich mindestens drei große Schüsseln Hefeteig zu Brötchen, Hörnchen, Pizza verarbeitet, kann man den Teig aus dem Effeff ansetzen.

Weil ich Hefeteig also so einfach herstelle, war es bei uns mal wieder Zeit für Pizza. Vegetarische Pizza mit viel Belag – die bestellten sind ja doch immer eher spärlich belegt. Bis auf die Maiskörner war alles Obst und Gemüse ganz frisch, zum Glück kann man hier im Supermarkt frisch geschälte Ananas kaufen. Dafür gibt es sogar einen Extrastand mit einem Extraananasschälermann. Die Stückchen aus der Dose sind äußerst teuer. Auch Mozzarella gibt es inzwischen, jedoch schmeckt die türkische Variante leider überhaupt nicht wie gewohnt. Ich weiß wirklich nicht, warum die Türken es einfach nicht hinbekommen, in Europa weit verbreitete Käsesorten herzustellen. Habe ich euch schon von meinem Gouda-/Edamer-Disaster erzählt? Im Sonderangebot von einer Firma aus Antalya? Nein? Na lassen wir das lieber, der Mozzarella hat zwar nicht wie normal geschmeckt, aber zum Glück auch nicht schlecht, eher neutral. Hier ist das Pizzarezept (nach Rezeptvorlage aus Anne Wilsons “Pizza & Überbackenes”):

1. Für den Teig mischt ihr ein Tütchen Trockenhefe, 1/2 TL Salz und 1/2 TL Zucker mit 1/4 l warmem Wasser und stellt das Ganze abgedeckt an einen warmen Ort (z.B. ins Bett), bis es Blasen wirft. Dann gebt ihr 375 g Mehl dazu und verknetet alles gut zu einem Teig, den ihr am Ende auf ein Backblech verteilt.

2. Für die Pizzasoße dünstet ihr 1 große, gewürfelte Zwiebel und 3 klein geschnittene Knoblauchzehen in etwas Olivenöl an. Gebt 400 g Tomatenstückchen aus der Dose dazu sowie 1 TL Zucker und Gewürze nach Wunsch (z.B. Basilikum, Thymian, Oregano). Köchelt alles, bis die Soße eindickt. Anschließend salzt und pfeffert ihr sie und verteilt sie auf dem Pizzateig.

3. Darauf gebt ihr nun je 1 klein geschnippelte rote und grüne Paprikaschote sowie 75 g Champignons in Scheiben. Außerdem verteilt ihr 250 g Ananasstückchen und 250 g Maiskörner auf dem Teig sowie 200 g klein geschnittenen Mozzarella. Wieder könnt ihr Gewürze nach Wunsch darüber streuen.

4. Die Pizza backt ihr im vorgeheizten Backofen bei 210 °C, bis der Käse und der Teig gebräunt sind. Das dauert etwa 30 Minuten.

© janavar

Kochbuchmittwoch: Blumenkohl-Linsen-Curry

Heute ist wieder ein wunderschöner Frühlingstag mit blauem Himmel und somit ganz viel Sonne. Nachdem ich und irgendwie auch alle anderen um mich herum in den letzten Tag in eine Art Dornröschenschlaf gefallen waren, bin ich heute wieder hellwach und war schon so motiviert, mal wieder gründlich unsere Wohnung zu saugen und das Bad zu putzen. Muss ja schließlich auch mal sein und wenn die Motivation so weiter wächst, werde ich heute Abend sogar noch wischen. Erst einmal muss ich mich gleich aber fertig machen und zur Arbeit fahren. Da steht heute auch noch einiges an. Ich lieber aber mein Horoskop für heute, von wegen ich kämpfe richtig aus einer inneren Überzeugung heraus und soll auf keinen Fall aufgeben. Ist gemerkt. Ich liebe gute Horoskope!

Was ich auch liebe, ist leckeres Essen (heute bin ich aber wieder geschickt mit Überleitungen :-D ). Und weil wir immer noch rund zwei Kilo Linsen herumstehen haben, gab es ein frühlingshaftes Blumenkohl-Linsen-Curry. Diesmal aus dem Rezeptheft “Vollwertig Kochen” aus der Reihe “Einfach nur lecker”.

Wie fast immer geht das Kochen ganz schnell, wenn mal davon absieht, dass man die getrockneten Linsen über Nacht einweichen muss. Danach für 4 Portionen:

1. Kocht die vorher eingeweichten 100 g braunen Linsen gar.

2. Zerteilt 300 g Blumenkohl, schneidet 3 Möhren in Scheiben sowie 1 Porreestange in Ringe.

3. Erhitzt 2 EL Öl und bratet den Blumenkohl etwa 5 Minuten darin, bevor ihr Curry darüberstreut und den Blumenkohl aus der Pfanne nehmt.

4. Dünstet nun die Möhren, den Porree und die Linsen in der gleichen Pfanne.

5. Schneidet eine Chilischote in Ringe und gebt sie zum Gemüse. Salzt und pfeffert es außerdem.

6. Gebt den Blumenkohl wieder dazu und auch 1/2 l Gemüsebrühe. Kocht alles für maximal 10 Minuten.

7. Rührt nun noch 2 EL Jogurt sowie etwas Essig unter und bestreut das Gemüse mit Koriander oder Petersilie.

© janavar

Maulbeeren-Schokoladen-Marmelade

Frühling in Istanbul ist sowieso immer toll. Gerade hatten wir eine ganze Woche davon. Als ich am Freitag morgens so spät dran war und meine Feinstrumpfhose statt anzuziehen nur noch schnell in meine Tasche stopfen konnte, war das nicht mal ein Problem, weil es schon morgens um halb acht so warm war. Endlich konnten wir auch wieder über Nacht das Fenster weit offen lassen und ich brauchte kein Halstuch mehr draußen. Als wir Sonnabend Nacht in der Barstraße in Kadiköy auf der asiatischen Seite waren, war es mit einer dünnen Jacke so angenehm, dass wir uns wie die meisten anderen einfach im kleinen Laden an der Ecke Bier in Flaschen kauften und es auf der Straße tranken. Irgendwie gab es nämlich keine Sitzgelegenheiten mehr vor den Kneipen?! (Gibt es vielleicht schon wieder ein Verbot? Weiß da jemand Genaueres?)

Im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren ist der Frühling in diesem Jahr richtig angekommen. Selbst die Tulpen blühen schon an jeder Ecke. Beim Obst- und Gemüsehändler werden die Auslagen immer farbenfroher. Inzwischen kann man wieder grüne Pflaumen kaufen sowie grüne Mandeln, die man mit ihrer pelzigen Schale essen kann, und Erdbeeren sowieso. Der Preis für Letztere liegt inzwischen nur noch bei umgerechnet 2 € pro Kilo. Ich freue mich im Frühjahr allerdings am meisten auf die schwarzen Maulbeeren. Die sehen ein wenig wie Brombeeren aus, sind meiner Meinung nach aber noch viel süßer. Außerdem billiger. Die ersten 500 g habe ich letzte Woche gekauft und freudestrahlend nach Hause getragen.

Leider halten sich die kleinen Früchtchen aber nicht lange, sondern beginnen spätestens am zweiten Tag zu schimmeln. Aber ich mag beim Händler nicht nur nach einhundert Gramm fragen, das sieht dann wieder so deutsch aus. Meine Freundin kauft zum Beispiel immer nur eine Tomate und zwei Gurken, anstatt wie die gute türkische Familie alles kiloweise. Für stückweises Einkaufen kann man hier ausgelacht werden! (Bzw. wird man definitiv und noch schlimmer ist es, wenn gerade andere Kunden im Laden sind und man als ganz offensichtliche Ausländerin lautstark vorgeführt wird.) Aber zum Glück liebe liebe liebe ich ja die Maulbeeren und nachdem ich meinen ersten Appetit gestillt hatte, habe ich überlegt, wie ich den Rest sinnvoll verbrauchen kann. Dabei ist mir die Idee gekommen, daraus Marmelade zu kochen.

Das Rezept habe ich mir dieses Mal selbst überlegt und offenbar ist es gelungen, denn das Glas wird ganz schön schnell leer, weil der Lieblingsmensch manchmal auch daraus löffelt. Besonders beim Frühstück ist er nicht zu halten. Gut, ich auch nicht. Nur der Kater war wieder enttäuscht, dass Frauchen ständig nur so vegetarisches Zeug kocht …

Hier nun das Rezept für etwa zwei mittelgroße Gläser:

1. Wascht etwa 400 g Maulbeeren und gebt sie in einen großen Topf mit 50 ml Wasser. Die kleinen Stiele habe ich an den Beeren gelassen, weil sie erstens wirklich winzig sind und durch das Kochen ohnehin noch weicher werden und außerdem färben Maulbeeren so richtig doll und Entstielen würde eine riesige Sauerei verursachen.

2. Vermischt 200 g Zucker mit 1/2 Päckchen Gelierfix und rührt ihn unter die Maulbeeren. Kocht alles auf.

3. Gebt 50 g Zartbitterkuvertüre dazu und rührt sie unter, bis sie geschmolzen und gut verteilt ist.

4. Kocht alles etwa 5 Minuten bzw. bis die Gelierprobe gelingt (einen Löffel Marmelade auf eine Untertasse geben und schauen, ob schon alles fest wird).

5. Rührt einen kräftigen Schluck weißen Rum unter die Marmelade.

6. Nun füllt ihr die Marmelade in heiß ausgespülte Gläser und stellt diese kurz auf den Kopf.

Leider weiß ich gar nicht, ob es in Deutschland frische Maulbeeren zu kaufen gibt. Hier gibt es manchmal sogar die weißen und sowieso getrocknete. In dieser Woche macht der Frühling hier in Istanbul für zwei oder drei Tage eine kurze Pause, aber ich habe ja die süße Marmelade und werde ganz sicher wieder frische Maulbeeren kaufen. Ich wünsche euch eine schöne Woche!

© janavar

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