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Kochmittwoch: Tomaten-Melonen-Suppe

Da besitze ich Mengen von Kochbüchern und in keinem konnte ich ein Rezept für ein Melonensüppchen finden. Tz! Ihr erinnert euch, dass ich am Wochenende eine schöne große Wassermelone nach Hause getragen hatte? Nach der Melonentorte, Meloneneis und einfach so Melone pur wollte ich den Rest auch verwerten.

Zum Glück findet man im Internet ja alles, so auch ein schönes Rezept für eine Tomaten-Melonen-Suppe, nämlich hier bei Essen & Trinken. Bis auf die Kühlzeit ist sie schnell gekocht. Aber eine kalte Suppe ist unglaublich lecker in der Sommerzeit. Und während in Deutschland das Wetter ja jede Woche ein neue Idee hat, ist es hier in Istanbul in diesem Jahr unglaublich beständig. Jede Woche wird es noch einmal um ein bis zwei Grad wärmer.

Das hat den Vorteil, dass der Kater endlich schön ruhig ist und viel schläft. Er lässt sich sogar mal für länger als zehn Sekunden auf den Arm nehmen und streicheln. Heute allerdings hatten wir einen kleinen Zwischenfall: Am Vormittag hörte ich plötzlich einen lauten Rumms, denn eine Krähe war auf unseren Balkon geflogen und fand den Weg nicht zurück. Canavar hat den Vogel erst einmal durch die halbe Wohnung gejagt und ich bin ganz überrascht, dass dabei nichts kaputt gegangen oder dreckig geworden ist. Schließlich hat sich die Krähe am Schlafzimmerfenster hinter dem Rollo versteckt und der Kater hat nur noch neugierig nach oben geguckt. Ich habe die verängstigte, aber endlich ruhige Krähe einfach mit einem Tuch genommen und wieder in die Freiheit entlassen. Draußen haben ihre Krähenfreunde sie lautstark begrüßt, die sind die ganze Zeit vorher an unserem Fenster vorbeigekreist, wohl um sie vielleicht zu retten. Das war ein, nun ja, interessanter Vorfall am Vormittag.

Danach brauchten Canavar und ich erst einmal kalte Suppe und einen langen Mittagsschlaf. Denn je heißer es wird, umso niedriger ist mein Blutdruck und umso mehr liebt mein Körper ein ausgiebiges Nickerchen zwischen halb eins und drei. Der Kater schläft dann immer direkt neben mir und rührt sich die ganze Zeit ebenfalls gar nicht. Nun mache ich mich gleich fertig, weil wir am Abend den Abschied der Kollegen, die zurück nach Deutschland gehen, feiern. Das wird bestimmt schön, also die Feier selbst, und traurig, weil besonders viele meiner Freunde in diesem Jahr dabei sind, die mich verlassen.

© janavar

Ich habe eine Wassermelone getragen …

… und Kuchen daraus gemacht.

Ich liebe Wassermelonen. Schon immer. Als Kind habe ich die schwarzen Kerne gewissenhaft herausgepult und dann beim Essen mein ganzes Gesicht, die Hände und alles, was noch in der Nähe war, mit dem roten Saft beschmiert. Inzwischen schlucke ich die Kerne einfach hinunter und auch mein Essen ist etwas eleganter geworden. Aber die Liebe zur Wassermelone ist genauso groß wie früher.

Zum Glück lebe ich auch im absolut richtigen Land, wo die großen grünen Melonen auf großen Feldern wachsen und zwischen Frühling und Herbst geerntet werden. Wenn es nicht zu viel Aufwand wäre, hätten wir längst eine Melonenpflanze auf dem Balkon. Andererseits sind Melonen billig, im Moment gibt es ein Kilo ab umgerechnet 30 Cent zu kaufen. Auf der Straße stehen auch häufig Händler, die geschälte und in Stückchen geschnittene Wassermelone verkaufen. In der Sommerhitze, die in letzten Tagen häufig schwül war, gibt es doch keine bessere Erfrischung!

Ein Problem gibt es allerdings immer: Hier werden Melonen im Laden fast ausschließlich im ganzen Stück – und meiner Meinung sind sie auch viel größer als die in Deutschland – verkauft, so dass ich entweder sehr sehr viel auf einmal essen oder sie schnell verarbeiten muss. Um in diesem Jahr mal etwas kreativer zu sein, als nur Melonenlimonade herzustellen, habe ich mich an eine Melonentorte gewagt. Die wird zum Glück nicht gebacken, was bei den hohen Temperaturen lästig wäre.

So einfach geht’s:

1. Zerbröselt 175 g Löffelbiskuits und vermischt sie in einer Schüssel mit 150 g zerlassener Margarine. Auf einen Teller stellt ihr den Rand einer Springform und gebt die Krümelmasse dort hinein. Wenn alles gut verteilt ist, stellt ihr den Tortenboden in den Kühlschrank.

2. Nehmt Fruchtfleisch einer Wassermelone, entfernt die Kerne und würfelt es fein. Lasst es in einem Sieb über einer Schüssel gut abtropfen (Achtung: den Fruchtsaft brauchen wir später noch!). Schneidet so viel Fruchtfleisch klein, dass ihr den Tortenboden gut damit bedecken könnt.

3. In einer Rührschüssel schlagt ihr 300 ml Milch und 200 ml Sahne mit 2 Beutel Erdbeerparadiescreme (in Deutschland evtl. auch Erdbeermoussepulver?). Die Creme verteilt ihr über den Melonenstückchen auf der Torte und stellt sie dann für etwa 2 Stunden kalt.

4. Nach den den zwei Stunden Kühlzeit schlagt ihr 100 ml Melonensaft, 100 ml Milch und 1 Beutel Schlagschaum auf und verteilt den Schaum auf der Torte.

Als Dekoration gibt es viele Möglichkeiten. Ich wollte ursprünglich echte Erdbeeren darauf legen, die gab es aber nicht mehr. Offenbar ist die Erdbeerzeit hier nun wirklich vorbei. Daher habe ich mich spontan für die Gummierdbeeren entschieden ;-) .

Ich finde die Torte sehr erfrischend und der Lieblingsmensch hat auch ordentlich mitgefuttert. Einen anderen Teil der Melone habe ich auch schon verarbeitet und der wartet darauf, im Gefrierfach zu Eis zu werden.

Übrigens gibt es seit gestern Schulferien in der Türkei. Gestern hatten wir den vorerst letzten Fahnenappell, die Zeugnisse wurden verteilt, die Schüler haben uns ein letztes Mal umarmt und auch uns schöne Ferien gewünscht und schon war die Schule leer. Die Lehrer hingegen arbeiten noch eine Woche, es gibt Konferenzen und so einiges Liegengebliebene. Dennoch ist nun alles ruhiger und seit langem habe ich das erste Wochenende, an dem nichts geplant ist (das Krimidinner morgen wurde leider abgesagt). Endlich habe ich wieder Zeit zum Backen, etwas Putzen und schon seit gestern Abend sieht unser Balkon richtig schnieke aus :-) .

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

© janavar

Kochbuchmittwoch: Minikäseküchlein mit Erdbeerkiwisoße

Ich glaube, jetzt ist es so weit. Ich besitze zu viele Kochbücher. Dabei sehen sie gar nicht nach so viel aus. Sie nehmen nur zwei kleine Regale in der Küche ein, in zweier Reihen hintereinander. Einige Bücher sind oben drauf gestapelt. Aber im Vergleich zu meinen Klamotten in zwei übervollen Kleiderschränken und den in der ganzen Wohnung verteilten sonstigen Büchern sind es wenige. Bestimmt hat jeder Foodblogger zehnmal so viele Kochbücher wie ich. Aber offenbar sind es für mich zu viele, denn ich kann nicht finden, in welchem Kochbuch sich das Rezept für die süßen kleinen Käseküchlein befindet. Also keine Quellenangabe, was mir als Lehrer eigentlich ein Graus ist.

Naja, zum Glück ist das Rezept supereinfach, weshalb ich das Kochbuch nicht unbedingt zum wiederholten Backen brauche. Die Soße habe ich sogar selbst hinzu”erfunden”.

Käsekuchen gibt es zwar wie Sand am Meer in der Türkei, aber keinen Quark. Damit sind alle Familienrezepte nutzlos. Daher sind meine Küchlein nur mit Frischkäse gemacht.

So geht’s:

1. Legt in Muffinförmchen – ich nehme immer meine aus Silikon – einen Vollkornkeks, der genau auf den Boden passt.

2. Verrührt in einer Schüssel eine Packung (200 g) Frischkäse mit 50 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei und zwei EL Zitronensaft.

3. Gebt die Masse auf die Kekse in den Muffinförmchen und backt sie im vorgeheizten Backofen bei 180 °C für etwa 10 bis 15 Minuten. Schaut lieber einmal mehr als zu wenig nach, ob die Küchlein schon fertig sind.

4. Lasst sie gut abkühlen, bevor ihr sie aus den Förmchen nehmt.

5. Für die Soße habe ich zwei geschälte Kiwis und etwa 100 g Erdbeeren klein geschnitten und in einem kleinen Topf mit 50 ml Wasser kurz aufgekocht, dann püriert und das Püree noch einmal mit 70 g Zucker aufgekocht.

© janavar

Freundschaftsbänder, Nagellacke & DIY – gleich 3 Dinge auf einmal

Als ich elf oder zwölf war, ging ich eines Sonntags zu meiner besten Freundin und sie hatte d e n neusten Trend mitgebracht, gelernt einen Tag vorher von ihrer Cousine in Neubrandenburg (oder Neustrelitz? Jedenfalls fast eine Weltstadt für uns in unserem Nest): Freundschaftsbänder knoten. Ich erinnere mich ganz genau, dass mein erstes Armband neongelb und -pink war und noch keine Streifen zu erkennen waren, weil ich das mit den Knoten noch nicht so ganz richtig hinbekam. Danach ging meine Knotkarriere aber steil nach oben: Bald knoteten wir schon morgens im Bus auf dem Weg zur Schule und in den Pausen und zu Hause. Wir lernten, dass es mehr als nur Streifenmuster gab, viel mehr. Wir erbettelten die Wollreste unserer Omas und knoteten nicht nur komplizierte Muster, sondern auch Buchstaben; nicht nur Armbänder, sondern auch Lesezeichen und kleinere Wimpel. In der 7. Klasse starteten wir gemeinsam mit einer dritten Freundin sogar unser eigenes Jungunternehmen, ein Landkreisprojekt an Schulen – und obwohl wir nicht den großen Gewinn machten, waren wir mit dem ganzen Herzen dabei und gewannen am Ende den Preis fürs beste Marketing, denn wir hatten definitiv das größte und schönste Angebot aller Schülerfirmen.

Danach ebbte die Freundschaftsbänderwelle ab und wir legten die Wolle weg. In diesem Jahr habe ich die Bänder aber schon häufiger gesehen. Im Touristenviertel gibt es wieder die Armbänder mit diesem typisch südamerikanischen Muster zu kaufen. In der Schule hat mir eine Schülerin ein immerhin geflochtenes Armband geschenkt. Und dann musste ich einfach mal testen, ob ich noch knoten kann.

Ich kann es noch. Offenbar ist es eine Fertigkeit, die man nicht verlernt. Ich war selbst überrascht, wie schnell so ein Armband wieder geknotet war. Für mehr Abwechslung habe ich danach noch direkt zwei Armbänder gehäkelt und sie mit Ketten aus dem Baumarkt dekoriert. Alles ganz einfach und schnell. Außerdem halte ich Freundschaftsbänder immer noch für ein schönes kleines Geschenk, das man ans Schleifchen hängen kann und das dem ganzen Geschenk eine persönliche Note verleiht.

Dazu habe ich dann direkt noch passende Sommernagellacke herausgesucht, ich habe schließlich eine riesige Auswahl und kann die Farben einfach jedem Armband anpassen.

Zu den beiden oberen geknoteten Freundschaftsbändern finde ich die zwei Essie-Lacke schön, den königsblauen “Butler please” sowie den ganz unauffälligen, leicht rosafarbenen “Minimalistic”.

Die gehäkelten Armbänder sind schon von der Farbe her auffälliger, deshalb finde ich Nagellacke in den Komplementärfarben passend. Von links nach rechts: die drei gelben bis grünen Nagellacke von Etude House bilden das Set “Lime Squarsh”; der neongelbe Lack Nr. 420 von Flormar; der sonnenblumengelbe Lack Nr. 41 von Flormar; ein kräftiges Orange Nr. 362 von LCN; und ein helleres Orange mit Glitzer “Coral” von Skin Food.

Ich trage im Sommer gerne kräftige, auffällige Nagellackfarben. Von der Qualität her bevorzuge ich Essie, weil die Lacke einfach am längsten auf meinen Nägeln bleiben. Aber zwischendurch darf es gerne ein billiger Lack in einer von mir eher selten getragenen Farbe wie z.B. Gelb sein.

Damit ihr auch ein ganz einfaches Streifenarmband knoten könnt, hier eine gute Anleitung, die ich auf Pinterest gefunden habe:

Nehmt 6 Fäden (je etwa 1 m lang). Macht einen Knoten bei etwa 10 cm Länge und klemmt die Fadenenden zwischen eure Knie oder befestigt den Knoten mit einer Sicherheitsnadel an eurer Hose oder einer Decke oder … Beginnt immer mit dem linken Faden und macht mit ihm je zwei Knoten wie im Bild gezeigt über alle Fäden, bis er ganz rechts ist. Dann nehmt ihr wieder den Faden ganz links usw. Die Fäden flechtet ihr am besten am Anfang und Ende oder ihr näht einen kleinen Verschluss an.

Wart ihr in den 90ern auch so im Freundschaftsbandfieber?
Habt ihr sie vielleicht auch selbst angefertigt?
Und würdet ihr sie heute (wieder) tragen?

© janavar

Kochbuchmittwoch: Linsensuppe

Heute begann der Tag tatsächlich so, wie es die beiden Herren meines Lieblingsradiosenders n-joy jeden Mittwochmorgen so schön ausdrücken: Mittelfingermittwoch. Ich wachte auf und mein linkes Auge war dick. Froschaugendick. Ich habe keine Ahnung, warum. Vielleicht hat mich in der Nacht eine Mücke erwischt, aber ich konnte keinen Einstich erkennen. Andererseits sehe ich mit nur so eineinviertel Augen eben nicht besonders gut. Zum Glück musste ich heute erst spät los, so dass das Auge einigermaßen abschwellen konnte. Dann saß ich im Bus zur Arbeit, mehr als 40 Minuten davon im Stau. Bin prompt noch zwanzig Minuten zu spät zum Unterricht gekommen und Mittagessen ist dadurch auch ausgefallen.

Gut, das Essen zu Hause schmeckt ohnehin besser und ich koche auch ausgewogener. Ich versuche weiterhin, unsere Vorräte an Hülsenfrüchten zu minimieren. Deshalb gab es ein leckeres Süppchen mit grünen Linsen, einem türkischen Grundnahrungsmittel. Die Idee für das Rezept ist aus “Türkische Küche” von Edition XXL.

So geht’s:

1. Weicht 300 g grüne Linsen über Nacht ein.

2. Lasst in einem großen Topf 2 EL Pflanzenöl und 40 g Butter heiß werden. Dünstet darin 4 klein geschnittene Zwiebeln und 3 gehackte Knoblauchzehen an.

3. Gebt die Linsen dazu und gießt 1 3/4 l Gemüsebrühe dazu. Kocht alles auf, bis die Linsen weich sind.

4. Salzt und pfeffert die Suppe. Gebt jeweils 1 EL frischen oder getrockneten Koriander sowie Thymian dazu.

5. Püriert die Suppe. Falls sie euch zu flüssig ist, lasst ihr sie noch ein wenig einkochen. Ist sie zu fest, gebt ihr noch etwas Brühe dazu.

6. Fügt 1 Bunt klein geschnittene Petersilie und 100 g Naturjogurt hinzu. Lasst die Suppe noch etwa 5 Minuten lang ziehen.

© janavar

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